Geschichte und Zukunft – ein Überblick

Seit 20 Jahren erfolgreich unter einem gemeinsamen Dach - die österreichischen Weltläden

Die Weltläden sind heute vielen in Österreich bekannt. Der älteste von ihnen feiert bald sein 40-Jahr-Jubiläum. Seit zwei Jahrzenten treten die Weltläden unter einer gemeinsamen Marke auf. Diese sorgte dafür, dass der Faire Handel zu einer Erfolgsgeschichte wurde.

Im Jahre 1977, vor mittlerweile fast 40 Jahren, eröffnete in Innsbruck der erste Weltladen Österreichs. In den folgenden zwei Jahrzehnten erlebte die Weltladen-Bewegung einen unglaublichen Aufschwung. Mitte der 1990er gab es bereits über 50 Weltläden in Österreich. Dieses Wachstum ging ungebremst weiter - heute sind es bereits 90 Fachgeschäfte in allen österreichischen Bundesländern, die sich dem Fairen Handel verschrieben haben.

In den Anfangsjahren traten die Weltläden unter dem damals klassischen Begriff Dritte-Welt-Laden auf. „Ab den 1990er Jahren hießen manche noch Dritte-Welt-Laden, andere Eine-Welt-Laden, wieder andere Aller-Welt-Laden“, erinnert sich Ernst Gassner, Vorstands-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Weltläden. Um das Erscheinungsbild der Läden zu vereinheitlichen und damit ihre Identität zu stärken, wurde 1993 beschlossen, einen Markenfindungsprozess zu starten.

Kriterien des Fairen Handels bilden Basis der Weltladen-Arbeit

Im September 1993 fand in Salzburg der Workshop „Erscheinungsbild der Dritte-Welt-Läden“ statt. „In den folgenden eineinhalb Jahren arbeiteten VertreterInnen aller Weltläden intensiv daran mit, der Weltladen-Bewegung eine Marke und ein Erscheinungsbild zu geben“, erklärt Ernst Gassner. Der damals gestartete Professionalisierungsprozess brachte im Herbst 1995 die Einführung des neuen Weltladenlogos und der gemeinsamen Corporate-Design-Linie.

 Parallel dazu beschlossen die Weltläden im September 1995 die Kriterien des Fairen Handels, die Willenserklärung der österreichischen Weltläden. Die ARGE Dritte-Welt-Läden, wie sie damals noch hieß, hatte in einem zweijährigen Prozess diese Kriterien gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern erarbeitet.

„Uns war wichtig, dass die Professionalisierung vom sichtbaren Außenauftritt bis zu den inneren Werten geht“, erläutert Ernst Gassner. Die Grundlage dafür lieferte der niederländische Weltladendachverband mit seinem Kriterienpapier. Die KollegInnen vom deutschen Dachverband übersetzten diese und erarbeiteten daraus ihre Konvention für Weltläden, die sie 1998 beschlossen. Anhand der deutschen Übersetzung des niederländischen Kriterienpapiers wurden in einem sehr intensiven Diskussionsprozess die Kriterien des Fairen Handels für die österreichischen Weltläden erarbeitet.

Einsatz für Fairen Handel ist wichtiger denn je

Seit 1995 treten die Fachgeschäfte für den Fairen Handel in Österreich unter dem gemeinsamen Namen „Weltladen“ auf. Nebem dem Warenverkauf sind Information, Bildungsarbeit sowie Aktionen und Anwaltschaft wichtige Säulen ihrer Arbeit. 2007 trat die ARGE Weltläden als Dachverband aller österreichischen Weltläden der World Fair Trade Organisation WFTO (damals noch IFAT) bei. Seitdem definieren auch die WFTO-Standards die Arbeit der Weltläden.

Unfaire Handelspraktiken und die damit verbundenen Schicksale von ProduzentInnen im globalen Süden sind heute stärker ins Bewußtsein vieler KonsumentInnen gerückt. Der Erfolg der Marke Weltläden zeigt sich auch daran, dass es heute 90 Geschäfte und ein Café sind, die unter dem gemeinsamen Dach, der Arbeitsgemeinschaft Weltläden auftreten. „Die Weltläden verstanden sich von Anfang an nicht nur als Shops“, erklärt Ernst Gassner, „wir legen auch viel Wert und Zeit auf Bildungs- sowie Kampagnenarbeit.“

Dass das Engagement für Fairen Handel wichtiger denn je ist, zeigen die zahlreichen aufgedeckten Skandale der letzten Zeit, sei es in der Textil- oder der Lebensmittelindustrie. Die Weltläden nehmen ihr Marken-Jubiläum zum Anlass, noch effizientere Strategien zur Zusammenarbeit mit den HandelspartnerInnen im globalen Süden zu schaffen, Missstände aufzuzeigen und auszumerzen. „Denn wir und ein Gutteil der ÖsterreicherInnen möchten ganz einfach nicht, dass die ohnehin schon benachteiligten Menschen in vielen Regionen des Südens ausgebeutet werden, wie das im konventionellen Handel passiert. Und hier bieten die Weltläden eine faire Alternative“, sagt Ernst Gassner.

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