14.04.2020

COVID-19: Wie geht es unseren Produzent*innen?

NEU Seit 30.04.2020: Corona-Soforthilfe-Fonds für Produzentinnen

Die Situation

“This is the biggest challenge the Fair Trade movement has ever faced. If we are to retain the progress we have made to achieve sustainable development, immediate support from governments to Fair Trade Enterprises and supply chains is urgently needed.” said Roopa Mehta, President of the World Fair Trade Organization.

Die Corona-Pandemie betrifft uns weltweit. Wir sind als Weltladenbewegung immer dafür eingetreten, soziale Ungerechtigkieiten und ungerechte Handelsstrukturen zu mildern und im Austausch mit den Produzent*innen die Situationen zu fair-bessern. Gerade jetzt zählt Solidarität! Wir haben Stimmen aus verschiedenen Ländern zusammengestellt, die laufend ergänzt werden. Diese Beiträge sollen den Blick auf die Welt schärfen und zeigen, wie wichtig ist es ist, den Fairen Handel weiterhin zu unterstützen. Am besten geschieht dies durch Solidarität und den Kauf der Premium-Produkte der Fairhandelspartner*innen im Weltladen oder bei unseren anerkannten Lieferant*innen, um diesen Produzent*innen ein würdevolles Leben und uns die Freude an den schönen Produkten zu ermöglichen! Denn: Wer im Weltladen einkauft, setzt ein Zeichen für einen Handel mit Perspektiven! Alle Produkte sind fair gehandelt, die Lieferkette ist nachvollziehbar und transparent und viele Lebensmittel stammen aus ökologischer Produktion.

Honduras

  • Partnerorganisation: APROLMA – Asociación de Productoras Libres de Marcala
  • Produkt: Frauenkaffee Adelante. Der Frauenkaffee wird über die EZA Fairer Handel an die Weltläden verkauft.

Bild: (C) EZA Fairer Handel

Uns gegenseitig ermutigen

Dolores Espinoza, Mitbegründerin und „Botschafterin“ der Genossenschaft APROLMA schreibt uns aus Honduras:

Vom Leben, das im Land nun noch schwieriger geworden ist, als es davor schon war. Von der Corona Krise, die die sozialen Gegensätze weiter verschärft. Von den Kaffeebäuerinnen, die auf gutes Wetter für ihre Pflanzen und auf ein gutes Überstehen dieser Ausnahmesituation hoffen, …„Allen die uns bis jetzt so unterstützt haben, die EZA, die Weltläden, die Katholische Frauenbewegung, alle, die dazu beigetragen haben, dass unser Kaffee ADELANTE ein Erfolg geworden ist, denen möchten wir sagen, dass uns das ungemein motiviert, weiterzukämpfen, auch in diesen schwierigen Zeiten. Was letztlich zählt, ist die Solidarität und die gegenseitige Unterstützung. Wir müssen uns gegenseitig ermutigen, damit wir gemeinsam vorwärtskommen.“ (FB-Post der EZA Fairer Handel, 15.04.2020)

"Despite the impact of coronavirus in their communities, Fairtrade farmers and workers from the global south continue to supply consumers around the globe with the most essential and beloved products such as tea, coffee, bananas, cocoa, flowers, spices, and rice. We call on the G20 to act decisively in supporting the most vulnerable in those supply chains who play such a vital role in keeping the world fed and healthy during the crisis.” said Dario Soto Abril, CEO of Fairtrade International.

Indien

  • Partnerorganisation: EMA - Equitable Marketing Association
  • Produkte: Lederwaren, Schals, Kerzen und Musikinstrumente
  • Debarati von unserem Handelspartner EMA spricht über die aktuelle Situation von EMA in Indien, über die Auswirkung der Ausganssperren auf die Arbeitsabläufe, die Schwierigkeiten für die Produktion von EMA, die Vorauszahlungen für die Arbeiter*innen, damit sie ihre Lebenskosten weiterhin decken können u.v.m. Das Video ist auf Englisch. Die Urheberrechte dieses Films liegen bei der EL PUENTE GmbH. Der Film darf ohne das ausdrückliche Einverständnis von EL PUENTE nicht verbreitet oder vervielfältigt werden (www.el-puente.de)

Philippinen

Bericht von Anneluise Kämmerer/GF Weltladen Eisenstadt

"Auf den Philippinen ist der Lockdown ganz brutal. Die Polizei wurde vom Präsidenten angehalten, auf Menschen zu schießen, die die Vorschriften nicht einhalten. Viele Menschen hatten vor dem Lockdown keine Möglichkeiten, Reis und andere Grundnahrungsmittel zu kaufen, weil es zu schnell ging. Es dürfen nur Menschen auf die Straße, die ein Ausnahmezertifikat besitzen. Die SozialarbeiterInnen von PREDA sind "Frontliner" und dürfen - mit dem PREDA-Bus mit Chauffeuer- direkt von zu Hause zu den Girls und Boys Homes fahren.  Die Großfirma, die PREDA mit Lebensmitteln für die Homes beliefert, bringt nun größere Mengen, sodass PREDA ca. 300 Familien in der Umgebung versorgen kann. Am 5. Mai haben sie 500 kg Reis und große Menge an getrockneten Fisch an die AETAS (unsere Mango-Farmers) geliefert." 

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Shay Cullen hat dieses Video vorbereitet

Weltwissen

Arundhati Roy hat eine wichtige Nachricht zur politischen Situation in Indien. Die bekannte Schriftstellerin und politische Aktivistin berichtet, was sich lange Zeit angebahnt hat und durch Corona noch deutlicher zu Tage tritt. Und, dass viele - auch internationale Politiker*innen - wegsehen: Nationalistischer Hinduismus und die Suche nach Sündenböcken, in diesem Fall Muslime. Roy warnt eindringlich vor Genozid und ruft zu WACHSAMKEIT auf! Das hörenswerte Interview auf DW dauert knappe sechs Minuten (engl.)

Weitere Informationen unserer anerkannten Lieferant*innen (alphabetisch)

Weiterführend: