21.07.2020

Menschenrechte auf den Philippinen - Brutaler politischer Mord

Mitten in der COVID-19-Krise geht die Regierung auf den Philippinen hart gegen Menschenrechtsaktivist*innen vor, die für Betroffene der COVID-19-Krise arbeiten. Das Panay Fair Trade Center ist leider seit vielen Jahren von dieser politischen Verfolgung betroffen. Immer wieder werden Mitglieder der Organisation verfolgt, entführt und ermordet.

Am 30. April 2020 wurde Jory Porquia, PFTC-Mitarbeiter und berühmter Menschenrechts- und Umweltaktivist, ermordet.

Kurz vor seinem Mord war Jory Porquia daran beteiligt, während der Ausgangssperren Lebensmittel an hungernde Kinder zu verteilen. Am folgenden Tag wurden 42 Aktivisten*innen von der philippinischen Nationalpolizei (PNP) in Iloilo City festgenommen, während sie öffentlich Gerechtigkeit für Jory Porquia forderten. Die langjährige Vorsitzende des Panay Fair Trade Center (PFTC), Ruth Fe Salditos: „Als am 1. Mai 2020 Menschen für Jory Porquia Blumen und Kerzen zum Ort des Verbrechens bringen wollten, wurden 42 von ihnen vom Militär verhaftet. Nur dank der Zahlung einer Kaution für jeden einzelnen sind sie jetzt wieder auf freiem Fuß."

Fairhandels-Organisationen schreiben an philippinische Regierung

Fairhandels-Organisationen wie die EZA Fairer Handel/Österreich, CTM-Altromercato/Italien, GEPA/Deutschland und natürlich die Arbeitsgemeinschaft Weltläden im Namen der Weltläden haben Briefe an den Justizminister und den Generalstaatsanwalt der Philippinen gesandt, um die Besorgnis über die wiederkehrenden Menschenrechtsverletzungen zum Ausdruck zu bringen und die Aufhebung der Anklage der Aktivist*innen zu fordern. Zum Nachlesen: Brief an die philippinischen Behörden der ARGE Weltläden (pdf, in Englisch)

#FairTradeSolidarity

Unterschreiben Sie die Petition! (Englisch)

Wir unterstützen diese Petition. Machen auch Sie mit! Danke für Ihre Solidarität!

Laufend Menschenrechtsverletzungen

PFTC ist seit mehreren Jahren Zielscheibe von Menschenrechtsverletzungen:

  • 2018 wurde der Ehemann von Ruth Fe Salditos, Felix Salditos, ermordet – zusammen mit sechs Kolleginnen und Kollegen.
  • 2014 wurden zwei Mitglieder, der damalige Vorstandsvorsitzende Romeo Capalla und der Bauer Dionisio Garete, auf offener Straße erschossen.
  • Seit 2005 sind weitere Mitglieder spurlos verschwunden und vermutlich nicht mehr am Leben.
  • Bis heute sind all diese Fälle nicht aufgeklärt.

Wer sich auf den Philippinen mit sozialen oder ökologischen Themen beschäftigt, ob als Journalist/-in oder NGO-Mitglied, gilt aus Regierungssicht per se als „Kommunist“ oder Guerilla-Mitglied – und lebt gefährlich. (Quelle: www.gepa.de)

Bildquellen: (C) Facebook-Seite von Jory Porquia, (C) Ruth Fe Salditos/Gepa

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