17.08.2020

Heute braucht der Libanon alles....

   

Am Abend des 4. August 2020 wurde die libanesische Hauptstadt Beirut von einer massiven Explosion im Haupthafen, mitten im Zentrum der Stadt, erschüttert. Daten, die vom geologischen Dienst der Vereinigten Staaten gesammelt wurden, zeigen, dass die massive Explosion in Beirut so stark war, dass sie seismische Wellen erzeugte, die einem Erdbeben der Stärke 3,5 glichen. Die Explosion von etwa 2.700 Tonnen Sprengstoff sandte Schockwellen über die Stadt und verursachte weitreichende Schäden. 300.000 Menschen, ein Drittel der Bevölkerung der Hauptstadt, wurden innerhalb weniger Sekunden obdachlos. Mehr als 10.000 Unternehmen wurden durch die Explosion in die Luft gesprengt. Krankenhäuser, Einkaufszentren, traditionelle Stadtviertel, alte Souks, traditionelle Beiruti-Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht. Es gibt noch keine abschließende Erhebung der materiellen Schäden, es ist aber davon auszugehen, dass Schäden im Wert von bis zu 3 Milliarden Dollar verursacht wurden (Newsletter der EZA Fairer Handel vom 12.08.2020).

Was ist jetzt notwendig?

  • Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Basisbewegungen, die sich vor Ort für das Ende des gegenwärtigen Regimes einsetzen. Dieses Regime muss verurteilt und für seine Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden. Dies ist der einzige Weg, um in Zukunft die Wiederholung solcher Aktionen zu vermeiden, die in der Vergangenheit ungestraft geblieben sind.
  • Finanzierung des Wiederaufbaus zerstörter Betriebe und Häuser, Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Hilfe an Familien durch NGOs und andere glaubwürdige AkteureInnen des Privatsektors.

Was kann man konkret tun?

 

Bitte bleiben Sie solidarisch mit dem Libanon und unterstützen Sie durch den Kauf von roten Linsen und - wenn möglich - durch eine Spende!

"....Thank you very much for your mobilization and your solidarity. It warms the heart in this difficult ordeal facing Lebanon...." (Benoit Berger von FAIR TRADE LEBANON an die Arbeitsgemeinschaft Weltläden am 8.9.2020)

FAIR TRADE LEBANON bittet um diese Unterstützung, um so bald wie möglich Folgendes einzurichten:

  • Gefährdete und von der Katastrophe betroffene Haushalte ohne Zugang zu Nahrungsmitteln.
  • Überleben der von der Wirtschaftskrise bedrohten Nahrungsmittelproduktionseinheiten.
  • Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommensmöglichkeiten für arbeitslose Jugendliche.

"Fair Trade Libanon und ein Kollektiv von lokalen NGOs verfügen über große Erfahrung in der Verwaltung öffentlicher Gelder in einer Art und Weise, die transparent, rechenschaftspflichtig, verantwortungsvoll und die internationalen Verfahren respektierend ist. Wir sind bereit, zusammenzuarbeiten, um Gelder zur Verteilung zu bringen. Dieses Kollektiv hat Erfahrung in den Bereichen Wiederaufbau, Ernährung, Bildung und Gesundheit – genau jene Bereiche, die jetzt gefordert sind. Kurz gesagt, wir müssen das unterstützen, was den Libanon stark und einflussreich gemacht hat: Bildung, Zivilgesellschaft, das Streben nach Demokratie und Meinungsfreiheit, das in diesem Teil der Welt einzigartig ist, und das Unternehmertum des libanesischen Volkes." (Phillippe Adaime von FAIR TRADE LEBANON)

Bilder: EZA Fairer Handel, Fair Trade Lebanon, Wikipedia (Karte)