26.08.2020

COVID-19: Peruanischen Näherinnen eine Zukunftsperpektive geben!


Ein erneuter Lockdown in mehreren Regionen, darunter Cusco, hat die Produktionsstätte unseres anerkannten Weltladen-Lieferanten anzüglich erneut zum Stillstand gebracht. Die Produktion in Peru muss bis Ende des Jahres heruntergefahren und vorübergehend stillgelegt werden. Am Standort Cusco werden in der eigenen Schneidermanufaktur die Kollektionen produziert. Das Atelier bietet genügend Platz für das 20-köpfige Team. Kommuniziert wird in der Manufaktur nicht nur mit Worten, sondern auch mit den Händen, denn ein Teil des Teams ist gehörlos

Timeline:

  • Am 15. März 2020 wurde in Peru ein nationaler Lockdown ausgerufen, der immer wieder verlängert und erst Ende Juni gelockert wurde. In dieser Zeit stand alles still, nur Produktionen und Institutionen der kritischen Infrastruktur wurden offengehalten.
  • Anfang Juli 2020 war es anzüglich möglich, den  Produktionsbetrieb wieder kurzfristig in Betrieb zu nehmen.
  • Am 3. August 2020 wurde aber für die Region Cusco, auf Grund stark steigender Zahlen in der ländlichen Umgebung, ein erneuter Lockdown ausgerufen. Die Produktion musste eingestellt werden. Kurzfristig auf eine Maskenproduktion umzusatteln, wie es vielen Betrieben in Österreich gelungen ist, war für uns auf Grund bürokratischer und finanzieller Hürden leider keine Option. Voraussichtlich sollte der Lockdown bis Ende August anhalten. Die Kommunikation seitens der Behörden ist weiterhin sehr unkonkret. Immer wieder musste anzüglich in den letzten Monaten die Pläne komplett neu überlegen, weil die Entscheidungen der Regierung zur weiteren Strategie sehr drastisch waren und kurzfristig kommuniziert wurden. Das trifft nicht nur anzüglich, sondern auch unsere Stofflieferanten, die monatelang ihren Betrieb einstellen mussten und derzeit nur unter strengen Auflagen weiter produzieren können.
  • Das Risiko, die Produktionsstätte von anzüglich unter diesen unsicheren Rahmenbedingungen weiterzuführen, ist für das kleine Familienunternehmen nicht mehr tragbar.

anzüglich ist gezwungen, die Produktion für die nächsten sechs Monate stillzulegen.

Ein Weiterarbeiten in Peru wäre zudem mit größeren Investitionen verbunden, für die derzeit die Mittel fehlen. anzüglich müsste die Werkstätte baulich verändern, um die Vorschriften der peruanischen Regierung zu erfüllen. Abgesehen davon wäre die organisatorische Herausforderung für unser Team in Peru zu groß. Weil Perus Grenzen immer noch geschlossen sind und es keinen Personenflugverkehr gibt, kann das Team von anzüglich auch die üblichen Dienstreisen dorthin nicht vornehmen.

Folgen ad intra und ad extra

Diese Entscheidung ist dramatisch für anzüglich selbst, die Mitarbeiterinnen und hat Folgen für die Kund*innen, aber sie scheint derzeit ohne Alternative. Es wurde daher ein Notfallplan für die nächsten Monate erarbeitet in der Hoffnung, dass Sie liebe Kund*innen das Angebot gut aufnehmen. Das oberste Ziel ist so schnell als möglich wieder in Peru zu produzieren und die Arbeitsplätze sowie die Wertschöpfung vor Ort wieder zu gewährleisten!

Nächster Schritt

Die Herbst-Winter-Kollektion 20/21 kommt Ende Oktober in die Weltläden. Durch Einschränkungen im lokalen Verkehr in Peru kommt es zu diesen Lieferverzögerungen.

Kaufen Sie die Kollektion von anzüglich in den Weltläden!

In diesen Weltläden gibt es anzüglich zu kaufen: 

  • in Kärnten: Klagenfurt
  • in Oberösterreich: Bad Schallerbach, Gallneukirchen, Linz, Steyr, Traun, Vöcklabruck, Vorchdorf
  • in Salzburg: Salzburg-Gneis
  • in der Steiermark: Fürstenfeld, Gleisdorf
  • in Wien: Schwarzspanierstraße 15 (Weltladen 1090 – Südwind), Mariahilferstraße 8 (Weltladen 1070 – Südwind)
  • in Niederösterreich: Amstetten, Mödling, Perchtoldsdorf, Scheibbs, St. Pölten, Waidhofen/Ybbs

Weiterführend:

Bilder: (c) anzüglich