29.04.2019

Aktion zur Europawahl: Statements der Kandidat*innen zum Fairen Handel

Wir haben die Spitzenkandidat*innen zur Europawahl gefragt: „Wie würden Sie den Fairen Handel unterstützen? Was werden Sie tun, wenn Sie gewählt werden?“ Eine gemeinsame Aktion rund um den Weltladentag/World Fair Trade Day mit dem dem Fair Trade Advocacy Office (FTAO), dem Lobbybüro für Fairen Handel in Brüssel. Das FTAO wird auch in den nächsten Jahren Kontakt zu Abgeordneten aufbauen, um auf den Fairen Handel aufmerksam zu machen.

Auf unsere Anfrage vom 24. April hat am 26. April 2019 als erstes die Kandidatin der NEOS, Claudia Gamon, geantwortet:

 

Bild: Claudia Gamon (C) NEOS

„Ich unterstütze, dass sich die EU dazu bekannt hat, in neuen Handelsabkommen vermehrt Kapitel zu Nachhaltigkeit mithineinzunehmen, um hier globale Standards für fairen Handel zu setzen. Diese neue Generation von EU-Handelsabkommen wird die Verpflichtung zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, sowie spezielle Kapitel zu Corporate Governance und kleinen und mittleren Unternehmen beinhalten. Dadurch halten diese Abkommen auch die hohen Standards der EU in den Bereichen Umweltschutz, Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit und Arbeitnehmerrechte aufrecht, schützen öffentliche Dienstleistungen und respektieren das Recht auf Regulierung.“

Als zweites hat auf unsere Anfrage Andreas Schieder, Spitzenkandidat der SPÖ, am 2. Mai 2019 auf Facebook geantwortet:

Bild: Andreas Schieder (C) SPÖ/Sebastian Philipp

"Wir setzen uns für ein globales Regelwerk ein, in dem Schutzmechanismen für ärmere Regionen möglich sind – etwa Schutzzölle gegen Billigimporte, um eigene Produktionskapazitäten aufzubauen – und in dem Steuervermeidung und -hinterziehung unterbunden werden." Genaueres ist hier nachzulesen: europa.spoe.at/fairer-handel-statt-ausbeutung

Die Antwort des Initiative JETZT 1Europa-Teams - Johannes Voggenhuber erreichte uns am 7. Mai 2019 via Mail:

Bild: Johannes Voggenhuber (C) Jork Weismann

"Recht herzlichen Dank für Ihr Interesse an der Initiative "1Europa" und Ihren interessierten Fragenkreis: Bei Fairem Handel  sind gewisse Bereiche noch immer nicht gerecht und sozial und vor allem noch nicht einheitlich: Unter dem Etikett FAIR TRADE  ist nicht immer fairer Handel drinnen. Alleine in der EU bestehen sechs "große" anerkannte Bezeichnungen welche sich darum Bemühen.  Eine letztlich im DE Fernsehen ausgestrahlte Sendung veröffentlichte eine Studie über Kakao und zeigt auf, dass bei fallenden Kakao Kursen auch fair trade nicht den dortigen Landwirten wirklich hilft ... Die Systeme gehören also entsprechend reformiert. Fair bedeutet für uns auch Umweltschutz, Ressourcenschonung und auch des/der Konsument*in in Richtung re-use. Wir haben Ihnen nachstehend ein paar Informationen zu diesem Themenkreis und unsere Lösungsansätze beigefügt." (Beilage)

Am 8. Mai 2019 haben wir von Othmar Karas folgendes Statement via Mail erhalten:

Bild: Othmar Karas (C) Jakob Glaser

"Es ist ein Faktum, dass die Globalisierung stattfindet. Sie ist für uns und noch viel mehr für kleine Produzenten in weniger entwickelten Ländern eine enorme Herausforderung. Gerade die EU ist unsere Chance, auf die Globalisierung Einfluss zu nehmen. Wenn wir uns gemeinsam für globale Standards und Handelsabkommen einsetzen, dann können wir Europäer den Schutz von Mensch und Umwelt am ganzen Planeten verbessern. Dafür werde ich  kämpfen. In zukünftigen Handelsabkommenen müssen wir besonders auf Fairness achten. Nur so können wir unsere Wirtschaft, unserer Lebensmittel und unsere Sozialstandards schützen. Und nur so können wir unsere Umwelt- und Sozialstandards auch exportieren und in möglichst vielen Teilen der Welt zur Geltung verhelfen. Europa hat zudem eine besondere Verantwortung für Afrika. Deshalb brauchen wir einen neuen EU-Afrika-Plan und für dessen Umsetzung einen eigenen EU-Kommissar für Afrika. So können wir alle Aspekte der Aussen-, Wirtschafts-, Entwicklungs-, Handels- und Sicherheitspolitik in den Beziehungen zu unserem Nachbarkontinent besser verschränken. Dafür werde ich mit einsetzen. Es darf aber keine Bevormundung, sondern es muss eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein, die auch die Sozial-, Bildungspolitik und andere Bereiche abdeckt. Das Zauberwort ist Nachhaltigkeit: Wir brauchen eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, Wohlstand, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit in Afrika."

Werner Kogler und Sarah Wiener haben uns am 8. Mai 2019 folgendes Statement geschickt:

Bild: Werner Kogler und Sarah Wiener (C) Gebhart de Koekkoek

"Die aktuelle EU Handelspolitik ist weder fair noch nachhaltig: Derzeit zerstören Europäische Agrarsubventionen und unfaire Handels- und Fischereiabkommen kleinbäuerliche Strukturen im globalen Süden und schaffen so Abhängigkeiten, zementieren Armut und zerstören unser Klima. Wir setzen uns auf allen Ebenen für fairen Handel ohne Investitionsschiedsgerichte zum Wohle aller ein. Wir brauchen einen Neustart der europäischen Handelspolitik. Es geht um Ernährungsgerechtigkeit, aber auch um Ernährungssouveränität!"

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