Hol dir wertvolle Prämien im FAIRclub der Weltladen-APP – NEU: Belege können 30 TAGE gescannt werden!
07.04.2026

Österreichs Weltläden trotzen der Einzelhandelskrise

Umsatzplus der Weltläden ist doppelt so stark wie der Trend im gesamten Biomarkt

Der österreichische Einzelhandel befindet sich in einer tiefen Krise. Die Umsätze des Gesamthandels sanken 2024 nominell um 1,0 %, die Zahl der Insolvenzen im Handel erreichte ein Rekordniveau. In den Kleinstädten stieg die Leerstandsquote 2024 auf 15,6 %. Die Weltläden verzeichneten im Jahr 2025 10 % Umsatzwachstum und wuchsen mehr als der österreichische Biomarkt insgesamt, der im selben Jahr um 6,5 % zulegte.
Mit 88 Standorten österreichweit ist das Weltladen-Netzwerk das größte nachhaltige Fachhandelsnetz des Landes. Allein im Jahr 2025 wurden vier neue Weltläden eröffnet (Ried, Mondsee, Gmunden, Kirchdorf).

„Dieses stabile Wachstum ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines klaren Gegenmodells zum konventionellen Handel: bewusster Konsum und ein Handelsmodell, das soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbindet“, so Johanna Aigner, Geschäftsführerin der ARGE Weltläden, dem Dachverband der österreichischen Weltläden und Gerti Jaksch-Fliegenschnee, Obfrau der ARGE Weltläden ergänzt: „Fairer Handel ist kein Nischenmodell, sondern ein zukunftsfähiges Gegenmodell zum kriselnden Handel.“
 

Gerechter Handel und Klimaschutz gehören zusammen

Auch Klimaschutz und Fairer Handel gehören untrennbar zusammen. Die Produzent:innen im Globalen Süden – in Afrika, Asien und Lateinamerika – tragen am wenigsten zur Klimakrise bei, sind aber von deren Folgen am stärksten betroffen. „Genau deshalb ist Umweltschutz kein Zusatz, sondern ein verbindliches Grundprinzip des Fairen Handels – verankert in den Standards der World Fair Trade Organisation“, so Aigner.
 

Neue weibliche Doppelspitze

Johanna Aigner und Gerti Jaksch-Fliegenschnee übernehmen die ARGE Weltläden mit einem klaren Ziel: die Weltläden zu stärken und noch mehr Menschen für ihre Idee zu begeistern. „Auch wenn viele Österreicher:innen die Weltläden bereits kennen und ihr Angebot schätzen, gibt es noch ein großes Potenzial an Menschen, die uns erst entdecken müssen“ so Aigner. 

Seit beinahe 50 Jahren leben die Weltläden einen fairen Handel auf Augenhöhe mit den Produzent:innen. Während sich die EU noch schwertut, eine transparente Lieferkette vorzuschreiben, ist sie in den Weltläden seit Jahrzehnten die Regel. “Mein persönliches Schlüsselerlebnis waren die Produzent:innenreisen nach Sri Lanka, Indien und Uganda“, erzählt Jaksch-Fliegenschnee: „Dort habe ich die Produzent:innen persönlich kennengelernt und gesehen, was es für einen Unterschied macht, ob die Produkte fair und biologisch erzeugt werden oder nicht. Ich habe vor Ort erfahren, wieviel Positives Fairer Handel bewirken kann.”

Die neue Doppelspitze der ARGE Weltläden setzt sich für die Stärkung der Weltladenbewegung ein, um Arbeitsplätze im Handel zu sichern. „Der Weltladen ist die Antwort auf die Krise des stationären Handels: lokal verankert, persönlich und mit Haltung – fair und klimagerecht", so Aigner und ergänzt: „Ich möchte, dass die Weltläden als das wahrgenommen werden, was sie sind: moderne, relevante Orte für bewussten Konsum – mit einer Botschaft, die heute mehr denn je gebraucht wird."

Die ARGE Weltläden ist der österreichische Dachverband zur Förderung, Vernetzung und Professionalisierung der Weltläden. Sie vertritt 88 Standorte in ganz Österreich, hat 1993 Fairtrade Österreich mitbegründet und arbeitet seit fast 50 Jahren für eine Welt, in der Fairer Handel die Regel und nicht die Ausnahme ist. Die Weltläden setzen konsequent auf fair gehandelte Produkte, überwiegend aus biologischer Landwirtschaft. Über 1000 Menschen engagieren sich in den Weltläden: 187 Angestellte (fast alle Teilzeit, überwiegend Frauen) sowie rund 900 Ehrenamtliche – ein einzigartiges Modell im österreichischen Handel.

Fakten, die für sich sprechen

  • 88 Weltläden österreichweit – flächendeckend und regional verankert, das größte nachhaltige
    Fachhandelsnetz des Landes
  • die meisten Weltläden befinden sich in Niederösterreich (22 Weltläden), gefolgt von Oberösterreich (16
    Weltläden) und knapp vor Vorarlberg (15 Weltläden)
  • bezogen auf die Bevölkerung ist in Vorarlberg (3,6 Weltläden/100.000 Einwohner:innen) die
    Weltladendichte am größten. Dahinter folgt Niederösterreich (1,3 Weltläden/100.000 Einwohner:innen)
    und Tirol (1,2 Weltläden/100.000 Einwohner:innen)
  • seit fast 50 Jahren setzen Weltläden konsequent auf fair gehandelte Produkte
  • mehr als 1000 Menschen engagieren sich in den Weltläden: 187 Angestellte (fast alle Teilzeit,
    überwiegend Frauen) sowie rund 900 Ehrenamtliche – ein einzigartiges Modell im österreichischen Handel
  • Gesamtumsatz: 15 Millionen Euro
  • 9,82 % Umsatzwachstum der anerkannten Lieferant:innen 2025 gegenüber dem Vorjahr
  • 28 Weltläden erzielten 2024 ihr bestes Umsatzjahr seit der Gründung
  • 11 mit über 10 % Wachstum
  • 31 anerkannte Lieferant:innen, werden regelmäßig extern geprüft – durch WFTO-Mitgliedschaft oder
    Audits im Auftrag der ARGE Weltläden - die 10 Prinzipien der WFTO sind dabei Standard
  • weltweit profitieren über 2,9 Millionen Produzent:innen und Arbeiter:innen in über 70 Ländern vom
    Fairen Handel (Quelle: Forum Fairer Handel), die WFTO hat Mitglieder aus 84 Ländern

 

Die Botschaft ist klar:

Fairer Handel ist kein Nischenmodell, sondern ein zukunftsfähiges Gegenmodell zum kriselnden Handel. 

 

Zum Download:

Fotocredit: Dieter Schewig

Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an: 

Johanna Aigner

Mobil: +43 (0)699 18144695 

johanna.aigner@weltlaeden.at

Bisherige Medienberichte:


Die ARGE Weltläden ist der österreichische Dachverband zur Förderung, Vernetzung und Professionalisierung der Weltläden. Sie vertritt 88 Standorte in ganz Österreich, hat 1993 Fairtrade Österreich mitbegründet und arbeitet seit fast 50 Jahren für eine Welt, in der fairer Handel die Regel ist – nicht die Ausnahme.

Zurück zur Übersicht