Der österreichische Einzelhandel befindet sich in einer tiefen Krise. Die Umsätze des Gesamthandels sanken 2024 nominell um 1,0 %, die Zahl der Insolvenzen im Handel erreichte ein Rekordniveau. In den Kleinstädten stieg die Leerstandsquote 2024 auf 15,6 %. Die Weltläden verzeichneten im Jahr 2025 10 % Umsatzwachstum und wuchsen mehr als der österreichische Biomarkt insgesamt, der im selben Jahr um 6,5 % zulegte.
Mit 88 Standorten österreichweit ist das Weltladen-Netzwerk das größte nachhaltige Fachhandelsnetz des Landes. Allein im Jahr 2025 wurden vier neue Weltläden eröffnet (Ried, Mondsee, Gmunden, Kirchdorf).
„Dieses stabile Wachstum ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines klaren Gegenmodells zum konventionellen Handel: bewusster Konsum und ein Handelsmodell, das soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbindet“, so Johanna Aigner, Geschäftsführerin der ARGE Weltläden, dem Dachverband der österreichischen Weltläden und Gerti Jaksch-Fliegenschnee, Obfrau der ARGE Weltläden ergänzt: „Fairer Handel ist kein Nischenmodell, sondern ein zukunftsfähiges Gegenmodell zum kriselnden Handel.“
Auch Klimaschutz und Fairer Handel gehören untrennbar zusammen. Die Produzent:innen im Globalen Süden – in Afrika, Asien und Lateinamerika – tragen am wenigsten zur Klimakrise bei, sind aber von deren Folgen am stärksten betroffen. „Genau deshalb ist Umweltschutz kein Zusatz, sondern ein verbindliches Grundprinzip des Fairen Handels – verankert in den Standards der World Fair Trade Organisation“, so Aigner.
Johanna Aigner und Gerti Jaksch-Fliegenschnee übernehmen die ARGE Weltläden mit einem klaren Ziel: die Weltläden zu stärken und noch mehr Menschen für ihre Idee zu begeistern. „Auch wenn viele Österreicher:innen die Weltläden bereits kennen und ihr Angebot schätzen, gibt es noch ein großes Potenzial an Menschen, die uns erst entdecken müssen“ so Aigner.
Seit beinahe 50 Jahren leben die Weltläden einen fairen Handel auf Augenhöhe mit den Produzent:innen. Während sich die EU noch schwertut, eine transparente Lieferkette vorzuschreiben, ist sie in den Weltläden seit Jahrzehnten die Regel. “Mein persönliches Schlüsselerlebnis waren die Produzent:innenreisen nach Sri Lanka, Indien und Uganda“, erzählt Jaksch-Fliegenschnee: „Dort habe ich die Produzent:innen persönlich kennengelernt und gesehen, was es für einen Unterschied macht, ob die Produkte fair und biologisch erzeugt werden oder nicht. Ich habe vor Ort erfahren, wieviel Positives Fairer Handel bewirken kann.”
Die neue Doppelspitze der ARGE Weltläden setzt sich für die Stärkung der Weltladenbewegung ein, um Arbeitsplätze im Handel zu sichern. „Der Weltladen ist die Antwort auf die Krise des stationären Handels: lokal verankert, persönlich und mit Haltung – fair und klimagerecht", so Aigner und ergänzt: „Ich möchte, dass die Weltläden als das wahrgenommen werden, was sie sind: moderne, relevante Orte für bewussten Konsum – mit einer Botschaft, die heute mehr denn je gebraucht wird."
Die ARGE Weltläden ist der österreichische Dachverband zur Förderung, Vernetzung und Professionalisierung der Weltläden. Sie vertritt 88 Standorte in ganz Österreich, hat 1993 Fairtrade Österreich mitbegründet und arbeitet seit fast 50 Jahren für eine Welt, in der Fairer Handel die Regel und nicht die Ausnahme ist. Die Weltläden setzen konsequent auf fair gehandelte Produkte, überwiegend aus biologischer Landwirtschaft. Über 1000 Menschen engagieren sich in den Weltläden: 187 Angestellte (fast alle Teilzeit, überwiegend Frauen) sowie rund 900 Ehrenamtliche – ein einzigartiges Modell im österreichischen Handel.
Fotocredit: Dieter Schewig
Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an:
Johanna Aigner
Mobil: +43 (0)699 18144695
Die ARGE Weltläden ist der österreichische Dachverband zur Förderung, Vernetzung und Professionalisierung der Weltläden. Sie vertritt 88 Standorte in ganz Österreich, hat 1993 Fairtrade Österreich mitbegründet und arbeitet seit fast 50 Jahren für eine Welt, in der fairer Handel die Regel ist – nicht die Ausnahme.