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28.11.2025

Einblick in die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) und das Omnibus I-Paket

Was steckt hinter dem Omnibus I-Paket? 
Das Omnibus I-Paket ist Teil eines politischen Verfahrens, bei dem mehrere Gesetzesvorhaben zu einem Paket gebündelt und gemeinsam beraten werden. Neben der CSDDD beinhaltet es die neue EU-Berichtspflicht für nachhaltige Unternehmensführung (CSRD) sowie die EU-Taxonomie-Verordnung zur Lenkung nachhaltiger Investitionen. Ziel: Bürokratieabbau und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen.
 

Doch die geplanten „Vereinfachungen“ führten im April 2025 zu einer deutlichen Abschwächung bereits beschlossener Regelungen, unter anderem:

  • Die Anwendung der Lieferkettenrichtlinie wurde zeitlich verschoben und ihr Geltungsbereich reduziert.
  • Sorgfaltspflichten sowie die Berichterstattung werden eingeschränkt bzw. zeitlich verzögert.

Kritische Perspektiven 

Die Änderungen sind massiv umstritten. Viele Stimmen warnen, dass wirtschaftliche Interessen über Menschenrechte und Umwelt gestellt werden. Die Debatte um das Omnibus I-Paket entwickelte sich weg von evidenzbasierten Fakten hin zu politischen Botschaften. Kostenersparnisse werden betont, obwohl die tatsächlichen finanziellen Effekte fraglich bleiben und zusätzlicher Verwaltungsaufwand durch Rechtsunsicherheit droht. Nachhaltigkeitsgesetze werden leider als bürokratische Hürde diffamiert. 

Die Kritik umfasst auch das Verfahren selbst: 

Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft waren von der Konsultation größtenteils ausgeschlossen, demokratische Prinzipien wurden missachtet. Besonders scharf kritisieren viele NGOs und Fair-Trade-Organisationen, dass damit Schutzmechanismen für Menschen im Globalen Süden, Umwelt und Klima abgeschwächt werden. Intransparente Prozesse und eine Verschiebung des politischen Gleichgewichts im Parlament fördern diese Entwicklung.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Implikationen 

Studien zeigen, dass die Lieferkettenrichtlinie einen positiven Einfluss hätte: Sie könnte menschenrechtliche und soziale Standards sowie gleiche Wettbewerbsbedingungen stärken. Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit schließen sich laut Expert:innen keineswegs aus.
Mit der Verwässerung der CSDDD durch das Omnibus I-Paket geht jedoch ein Stück regulatorische Vorbildrolle Europas verloren. Die EU droht, ihre Rolle als globale Standardsetzerin („Brüssel-Effekt“) aufzugeben, was langfristig sowohl Demokratie als auch Wirtschaft schaden könnte.

Standpunkt des Fairen Handels 

Fair-Handels-Unternehmen fordern kompromisslos die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards. Für sie sind Menschenrechte und Umweltschutz keine Option, sondern Grundbedingung verantwortungsvollen Wirtschaftens. Sie kritisieren jede Abschwächung der Lieferkettenregeln und betonen die Bedeutung gleichberechtigter Wettbewerbsbedingungen für engagierte Unternehmen. 

Wie geht es weiter? 

Die politischen Verhandlungen gehen in den Mitgliedstaaten weiter. Frühestens ab 2026 könnten die neuen, abgeschwächten Regeln in nationale Gesetze umgesetzt werden – mit ungewissem Ausgang für Menschenrechte, Umweltschutz und Europas wirtschaftliche Vorreiterrolle.

Jede einzelne Stimme macht den Unterschied

Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass faire Standards gestärkt werden. 

Für eine Zukunft, in der nachhaltiges Wirtschaften selbstverständlich ist! 
 

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