12.05.2021

Die Zukunft der Landwirtschaft

Wachsender Widerstand gegen GAP-Strategieplan des Landwirtschaftsministeriums

Bauern & Bäuerinnen, AK, Gewerkschaft, Imker*innen, kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen fordern substanzielle Überarbeitung.

Wien (OTS) - Im Rahmen der vom Landwirtschaftsministerium veranstalteten öffentlichen Konsultation zum GAP-Strategieplan fordern 51 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Gewerkschaft, ArbeitnehmerInnenschutz, Wissenschaft, Imkerei, Tier-, Gesundheits- und Umweltschutz ebenso wie humanitäre und kirchliche Organisationen in einem gemeinsamen Appell die Überarbeitung des GAP-Strategieplans.

Darin betonen die Organisationen die Wichtigkeit der Zielerreichung des europäischen Green Deal und fordern das Landwirtschaftsministerium dazu auf, seine am 15. April präsentierten Interventionsentwürfe so zu überarbeiten, dass sie mit den Zielen des Europäischen Green Deal, insbesondere der Biodiversitäts- und der Farm-to-Fork-Strategie, vereinbar sind und einen substanziellen Beitrag zur Zielerreichung leisten. Die Organisationen verweisen auf die kürzlich von GLOBAL 2000, der Österreichischen Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung (ÖBV) und BirdLife präsentierte Analyse Fit für den Green Deal? - Der GAP-Strategieplan am Prüfstand. Den darin enthaltenen Kritikpunkten und Empfehlungen sollte bei der Überarbeitung der Interventionsentwürfe Rechnung getragen werden.

ÖSTERREICHISCHE AGRARPOLITIK MUSS GREEN-DEAL-ZIELE MITTRAGEN

Die Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU - und damit auch deren Umsetzung durch Österreich - wird darüber mitentscheiden, ob wir die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Ziele des europäischen Green Deal, insbesondere der Biodiversitäts- und der Farm-to-Fork-Strategie, erreichen werden oder nicht. Damit verknüpft ist nicht weniger als die Frage, ob wir zukünftigen Generationen einen lebenswerten und lebensfähigen Planeten hinterlassen können. Denn mit Blick auf die Klima- und Biodiversitätskrise sind sich die führenden wissenschaftlichen UN-Organisationen Weltklimarat (IPCC) und Weltbiodiversitätsrat (IPBES) einig: Das Zeitfenster, in dem wir katastrophale Auswirkungen auf jene Ökosysteme, die unsere Lebensgrundlagen darstellen, noch abwenden können, schließt sich zusehends rascher. Daher erfüllen uns die Ergebnisse der am 4. Mai im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten Analyse „Fit für den Green Deal? - der GAP-Strategieplan am Prüfstand“ mit großer Sorge. Denn diese zeigen, dass die derzeit vorliegenden Interventions-entwürfe mit zentralen Zielsetzungen des Green Deal nicht vereinbar sind. Wir* ersuchen Sie daher, Ihre Fachentwürfe zu den Interventionen zu überarbeiten und dabei den in obiger Analyse geäußerten Kritikpunkten und Empfehlungen Rechnung zu tragen, sodass das Erreichen der Green-Deal-Ziele gewährleistet ist.

Getragen wird der Appell von den folgenden Organisationen: Arbeiterkammer; Arche Noah; ARGE Schöpfungsverantwortung; ARGE Weltläden; Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt; Attac Österreich; Austria Guides For Future; Biene Österreich; Bioverband Erde & Saat; BirdLife Österreich; Brot für die Welt Österreich; CAP for Future; Doctors for Future Austria; Dreikönigsaktion - Hilfswerk der Katholischen Jungschar; Ernährungsrat Wien; EZA Fairer Handel; Farmers for Future Austria; FIAN Österreich; Fridays for Future Austria; Gartenpolylog; Gewerkschaft PRO-GE; GLOBAL 2000; Grandparents for Future Austria; IG Foodcoops; IG-Milch; Klimabündnis Tirol; Klimavolksbegehren; KlimaVOR! Verein zur Förderung der Klimaneutralität Vorarlbergs; KOO - Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission; kuli - Kultur.Land.Impulse; Naturschutzbund Österreich; Nyéléni Austria - Österreichisches Forum für Ernährungssouveränität; ÖBV - Via Campesina Austria; ÖKOBÜRO - Allianz der Umweltbewegung; Österreichischer Erwerbsimkerverband; Österreichischer Imkerbund; Parents for Future Austria; Salzburg fairantworten - Netzwerk Natur; Sezonieri - Kampagne für die Rechte von Erntearbeiter_innen in Österreich; Slow Food Österreich; SOL – Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil; Südwind; System Change, not Climate Change!; Vegans For Future Austria; Verein für eine enkeltaugliche Umwelt; VGT - Verein gegen Tierfabriken; VIER PFOTEN; Welthaus Österreich; WIDE - Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven; Wiener Umweltanwaltschaft; WWF Österreich

Die Zukunft der österreichischen Agrarpolitik ist auch Thema einer von GLOBAL 2000, der ÖBV und BirdLife organisierten öffentlichen Anhörung, bei der sich Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Kurzstatements an die anwesenden Vertreter*innen der EU-Kommission sowie der fünf Parlamentsparteien wenden.

Die Online-Anhörung findet am Montag, den 17. Mai um 18.00 Uhr statt.

Anmeldung möglichst unter: www.global2000.at/events/anhoerung-landwirtschaft