18.02.2019

Kritik am Fairen Handel

Worum geht es?

Artikel im Der Standard vom 15.02.2019 von Andreas Sator (Beitrag in seiner Reihe "Alles gut? Weltverbessern für Anfänger" mit follow-up Einträgen auf Facebook und Webseite) mit dem Titel: "Fairtrade und Co helfen wohl doch nicht so, wie wir es gerne hätten. Und jetzt?"

Was sagen wir dazu?

Vielleicht sind wir im "Co" mitgemeint, man weiß es nicht. Wie auch immer: Die Arbeitsgemeinschaft Weltläden als Dachorganisation der Weltläden - Fachgeschäfte für Fairen Handel, zählt zu den Pionier*innen des Fairen Handels in Österreich. Wir sind in regelmäßigem Austausch mit den Produzent*innen - in Kooperation mit unseren anerkannten Lieferant*innen (Importorganisationen des Fairen Handels aus Österreich und Deutschland). Sei es im Gespräch über die Situation in Palästina, sei es über die Migrationsströme in Mexiko oder über die Stärkung der Frauen in Honduras und natürlich darüber, wie der Faire Handel das Leben unsere Produzent*innen FAIRändert und welche Herausforderungen auf dem Weg vor uns liegen. Als das geschieht im Dialog direkt vor Ort oder bei Dialogprogrammen in Österreich - wir sprechen MIT den Produzent*innen und erzählen die Geschichten der Produzent*innen in Österreich weiter!

Good to know

  • Die Hintergründe des Fairen Handels, der viel MEHR ist als ein Gütesiegel, werden im Beitrag von Herrn Sator nicht abgebildet.
  • Weder die ARGE Weltläden noch ein Weltladen oder die größte Importorganisation von fairen Produkten in Österreich und auch nicht die Gütesiegel-Organisation Fairtrade wurden von Herrn Sator kontaktiert. Gilt es nicht als Sorgfaltspflicht des Journalismus verschiedene Perspektiven zu recherchieren und einfließen zu lassen?
  • Herr Sator bezieht sich mehrheitlich auf EINE Studie - mit welchem Argument? Die Wirklichkeit ist komplex, aber sie kann nicht durch eine Studie abgebildet werden. Und wie andere bereits kommentiert haben, es gibt auch andere Studien über die Wirkungen des Fairen Handels.

Wo wir Herrn Sator recht geben ist und das ist eigentlich nichts Neues, dass durch fairen Kaffee nicht die drängenden Probleme der Zeit gelöst werden, sondern es viel mehr ein Zusammenspiel von Konsument*innen, Bürger*innen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen und mutige Entscheidungen braucht (Stichwort: Fairer Handel und Europawahlen). Politische Verantwortung kann zuletzt nicht auf Verbraucher*innen abgewälzt werden. Wohl aber entscheiden Verbraucher*innen mit, ob sie Produkte wollen, die mit Respekt vor Mensch und Umwelt produziert wurden und durch transparente Lieferketten zu uns nach Östereich kommen. Alles das kommt weder in den Beiträgen über Textilien noch im vorliegenden Artikel mit Kaffee als Schwerpunkt heraus. Das finden wir mehr als schade.

s ist sicher kein Fehler, sich damit zu beschäftigen, was man einkauft und warum. Meine Geldbörse ist aber wohl weniger mächtig, als ich dachte. - derstandard.at/2000097836468/Fairtrade-und-Co-funktioniert-wohl-doch-nicht-so-toll-wie Es ist sicher kein Fehler, sich damit zu beschäftigen, was man einkauft und warum. Meine Geldbörse ist aber wohl weniger mächtig, als ich dachte. - derstandard.at/2000097836468/Fairtrade-und-Co-funktioniert-wohl-doch-nicht-so-toll-wie Deshalb laden wir Herrn Sator sehr gerne ein, bei einem Produzent*innen-Gespräch im Weltladen oder auf einer Veranstaltung vorbeizukommen und hier direkt die brennenden Fragen zu stellen und authentische Antworten zu erhalten. Auch wir stehen für ein Gespräch über den Fairen Handel in Österreich gerne zur FAIRfügung!

Dieses Statement wurde auch Herrn Sator zur Kenntnis gebracht. Wir haben uns im Dezember für den Newsletter seiner Artikelreihe, der mehrfach angekündigt wird, angemeldet. Leider keine News erhalten (Anmerkung: Herr Sator hat das korrigiert und am 19.02. kam sein erster Newsletter in unseren Posteingang).

ARGE Weltläden, 18.02.2019

 

Weiterführende Links:

 

Cookies helfen uns die Website zunehmend zu verbessern und Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.Datenschutz