10.10.2018

Hunger.Macht.Profite.9

Was hat Ketchup mit Arbeitsrechten zu tun? Warum wird Palmöl zu Treibstoff? Und wie sieht die kleinbäuerliche Landwirtschaft von morgen aus? Die Filmtage Hunger.Macht.Profite bringen kleinbäuerliche ökologische Landwirtschaft sowie die Ursachen von Hunger und das Menschenrecht auf Nahrung auf die Kinoleinwände in Wien, Niederösterreich, Tirol, Oberösterreich, Vorarlberg und der Steiermark.

Zum neunten Mal zeigen FIAN Österreich, normale.at, ÖBV-Via Campesina Austria und Attac mit Hilfe kritischer Dokumentarfilme globale Zusammenhänge der Agrar- und Lebensmittelproduktion auf. Vom 15.11. bis zum 10.12. 2018 kann man sehen, dass das globale Ernährungssystem sich in einer tiefgreifenden Krise befindet, es aber Möglichkeiten gibt aktiv zu werden. Die sieben Filme zeigen wie industrielle Landwirtschaft und unser Lebensstil weltweit zu Hunger, Landraub und Ökoproblemen führen. Einige Filme erzählen aber auch von Mut und Hoffnung der Menschen, die versuchen Widerstand zu leisten.

In den anschließenden Filmgesprächen werden eingeladene Impulsgeber*innen lokale Initiativen vorstellen und die Zuschauer*innen können gemeinsam mit Expert*innen über die Handlungsoptionen diskutieren.

Das sind die Filme des heurigen Programmes kurz vorgestellt:

  • Rotes Gold geht der Tomatensauce-Produktion nach. Und die führt ihn nicht zur italienischen Nonna, sondern nach China - dem größten Tomatenpüree Hersteller. Schonungslos werden die komplexen Zusammenhänge des globalen Kapitalismus aufgezeigt. Rotes Gold (The Empire of the Red Gold) von Xavier Deleu und Jean-Baptiste Malet, Frankreich 2017, 52 Min, OF mit deutschen UT, ÖSTERREICH-PREMIERE .

  • In unseren Händen führt uns nach Großbritannien und zeigt gelebten Widerstand von Menschen die in er Landwirtschaft tätig sind und Alternativen zum indistruellen Agrarsystem schaffen. Und das in einem Land in dem in den letzten 10 Jahren mehr als 33.000 bäuerliche Betriebe ihre Stalltüren für immer zusperrten. In unseren Händen (In Our Hands) von Jo Barker und Sylvie Planel, Großbritannien 2017, 67 Min, OF mit deutschen UT, ÖSTERREICH-PREMIERE.

  • Unsichtbare Grenzen erzählt die Geschichte von Gemeinden in Kolumbien, die in der Mitte einer der am längsten andauernden Kriege der Welt gefangen sind. Der Rausch der Großgrundbesitzer nach Palmöl, um „grünen“ Treibstoff zu produzieren, verdrängt Kleinbauern und -bäuerinnen sowie indigene Gemeinschaften. Ein Leben zwischen den kriegerischen Auseinandersetzungen der FARC-Guerilla und dem Militär, verschärft durch den Expansionshunger der Palmölindustrie. Unsichtbare Grenzen (Frontera Invisible) von Nicolás Richat und Nico Muzi, Belgien/Argentinien/Kolumbien 2016, 28 Min, OF mit dt. UT, ÖSTERREICH-PREMIERE.

  • Kein Fluss und kein Meer zeigt uns zwei kämpferische Frauen und Fischerinnen die gemeinsam mit einem Anwalt ihr heimisches Paradies und ihre Lebensgrundlage gegen die Erdöl-Industrie verteidigen. Die wunderschöne Insel Ilha de Maré im brasilianischen Bundesstaat Bahia war einst ein wertvolles, seltenes Habitat voller Leben. Jetzt wird das kleine Paradies von der Erdöl-Industrie bedroht. Gewässer sind verschmutzt, Fische und Muscheln sterben. Kein Fluss und kein Meer (No Rio e No Mar) von Jan Willem den Bok und Floor Koomen, Niederlande/Brasilien 2016, 57 Min, OF mit deutschen UT, ÖSTERREICH-PREMIERE.

  • Das Grüne Gold das ist angeblich ungenutzten Land in Äthiopien welches die Regierung an ausländische Investoren verpachtet - in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Aber der Traum vom Wohlstand hat eine dunkle Seite: Massive Umweltzerstörung und eine der größten Zwangsvertreibungen der modernen Geschichte, zerstört die Existenzen von Kleinbäuerinnen und -bauern. Politische Unterdrückung sorgt für eine Spirale der Gewalt. Der Dokumentarfilm entwickelt macht sich daran Licht in die Sache zu bekommen und entwickelt sich schnell zu einem Thriller, der aus den entlegensten Winkeln Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen letztendlich wieder zu uns nach Europa zurückführt. Das Grüne Gold von Joakim Demmer, Schweden/Deutschland/Finnland 2016, 80 Min, OF mit deutschen UT.

  • Das Wunder von Mals erzählt eine moderne Asterix und Obelix Saga aus dem Jahre 2015. Ganz Südtirol wird von Monokulturen überrollt und in Pestizid-Wolken gehüllt … Ganz Südtirol? Nein! Ein von unbeugsamen Vinschgern bewohntes Dorf kämpft mit einem Feuerwerk an Ideen gegen eine Übermacht aus Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie. Unglaubliche 76 Prozent der Bevölkerung entscheiden sich in einer Volksbefragung für ein Pestizidverbot auf dem Gemeindegebiet und wollen somit erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden. Doch die Südtiroler Apfel-Lobby denkt nicht daran, dieses Votum der Bevölkerung zu akzeptieren. Sie bekämpft das kleine widerspenstige Dorf im Vinschgau mit allen verfügbaren Mitteln der Macht. Das Wunder von Mals von Alexander Schiebel, Italien/Deutschland 2018, 84 Min, deutsch.

  •  Der Sieg der mosambikanischen Bäuerinnen und Bauern gegen das Soja-Imperium  ist ein Erfolgsstory: Im Jahr 2011 startet die mosambikanische Regierung Afrikas größten agroindustriellen Entwicklungsplan. Das sogenannte ProSavana-Projekt zielt darauf ab, 14 Mio. Hektar Land entlang des Nacala-Korridors im Norden des Landes in eine riesige Monokultur, vor allem mit Sojabohnen für den chinesischen Markt, zu verwandeln. Als sie erkennen, dass ihr Land auf dem Spiel steht, initiieren lokale Kleinbäuerinnen und -bauern eine große Mobilisierung.  Der Sieg der mosambikanischen Bäuerinnen und Bauern gegen das Soja-Imperium von Stefano Liberti und Enrico Parenti, Italien/Mosambik 2018, 10 Min, OF mit deutschen UT, ÖSTERREICH-PREMIERE.

 

Link zu den Programmen in den Bundesländern findet ihr hier:  www.HungerMachtProfite.at

Filmtage bei Facebook: www.facebook.com/Hunger.Macht.Profite/

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