27.08.2019

Brennender Regenwald - was kann ich tun?

Brennender Regenwald? Intensive Landwirtschaft? Klimawandel? Was kann ich tun?

Der brennende Regenwald im Amazons ist derzeit ein wichtiges Thema in den Medien und für die Menschen vor Ort "Wir sind traurig, weil der Regenwald stirbt". Die Zeit schreibt "Feuer neben Feuer neben Feuer". Doch neben Brasilien, brennen auch in Bolivien, Peru, Paraguay, Argentinien und Chile die Regenwälder.Und in Wahrheit brennt die Welt (siehe Grafik). Über die Zeitschrift Businessart wurden wir auf eine Studie der ETH Zürich aufmerksam. Diese zeigt, dass zwei Drittel unserer CO2-Emissionen durch Aufforstung absorbiert werden könnten. Was gut klingt, wird durch fast 80.000 Brände in Amazonas, vielfach von Menschen gelegt, konterkariert. Die Lunge der Erde stirbt. Wofür? Ein Grund für die großflächige Brandrodung und damit einhergehende Abholzung des Regenwaldes sind die Fleisch- und Sojaexporte. Geschützt werden die Brandstifter vielfach von Politiker*innen, die von "Pachamama" reden, aber ihre Taten sprechen eine andere Sprache. Ein Vizeminister spricht gar von "natürlichen Phänomenen in der Region", einer Region, in der mittlerweile fast 800.000 Hektar von den Regenwald-Bränden betroffen sind  - eine ökologische und humanitäre Tragödie.

Quelle Grafik: netzfrauen.org

Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Es gilt eigene Beiträge zu leisten. UTOPIA fasst 9 Dinge, die du tun kannst in einem Beitrag vor wenigen Tagen zusammen und wir geben Ihnen hier konkrete Beispiele, die zeigen, wie Solidarität mit den Indigenen und Handel auf Augenhöhe funktioniert. Ein konkreter, aktiver Beitrag ist es, im Weltladen einzukaufen: Denn der Faire Handel der Weltläden bedeutet ganz  die Unterstützung und Schaffung von Einkommensmöglichkeiten für Kleinbauern und -bäuerinnen rund um dem Erdball. Wir wollen hier einige Beispiele aufzeigen, wie konkret man durch einen Einkauf die indigenen Bevölkerung unterstützt.

In Brasilien am Beispiel von Guaraná des Consorcio dos Produtores Sateré-Mawé (CPSM) des Volkes der Sateré-Mawé

"Wir bauen Guaraná noch immer so an, wie schon seit Hunderten von Jahren, indem wir die Kletterpflanze an den Bäumen des Regenwaldes wachsen lassen, ohne diesen zu zerstören", so Obadias der Vertreter des Stammesrates. Die beliebte, leistungsanregende Pflanze wird als Massenprodukt in Brasilien meist in Monokulturen angebaut. Die Gewinnung von Guaraná nach dem Modell der Sateré-Mawé ist ein gelungenes Beispiel für eine bewusste, ökologische und soziale Nutzung des Regenwaldes im Einklang mit seinen Bewohner*innen.

Gegen Abholzung, ohne Einsatz von Chemie

CPSM setzt sich gegen die Abholzung des Amazonasurwaldes ein, lehnt die Plantagenwirtschaft und den Einsatz von Chemie, gentechnische Veränderungen und die Patentierung lebender Organismen strikt ab. Durch den Fairen Handel bekommen sie den 6-fachen Preis für ihr wertvolles Produkt. Sie finden das Bio Guaraná im erfrischenden Getränk Guaranito und in der Aktivdusche von BIOSFAIR (beides von unserm anerkannten Lieferanten EZA Fairer Handel)

Mehr Infos:

In Mexiko am Beispiel von Latex des Consorcio Chiclero

Aus den mexikanischen Regenwäldern der Halbinsel Yucatán stammt der erste 100% natürlich und biologisch abbaubare Kaugummi der Welt. Im zweitgrößten Regenwald von Zentral-Amerika leben die so genannten Chicleros, die das Latex von den 30 Meter hohen Chicozapote-Bäumen zapfen. Daraus wird Chicle, die Grundzutat für den Weltladen-Kaugummi produziert. Der Chiclero schneidet die Rinde bis zur Baumkrone ein, aus der dann das Latex fließt und in Behältern aufgefangen wird. Nach 24 Stunden versiegt der Latexfluss und der Baum hat bis zur nächsten Ernte 7 Jahre Zeit um sich zu erholen. Das flüssige Latex wird gekocht, dehydriert und zu einer klebrigen Paste verarbeitet (Chicle). Chicle, verschmolzen mit natürlichen Wachsen, bildet die Kaumasse. Noch heiß, wird diese mit biologischen Süßungsmitteln sowie natürlichen Aromen vermengt, gepresst und zu Kaugummi geformt. Dass nur natürliche Zutaten und Herstellungsprozesse verwendet werden, ist eine seltene Ausnahme in der größtenteils künstlichen Welt der Kaugummis, in der die meisten, nicht mehr als 5-7% natürliche Kaumasse enthalten. Einmal weggeworfen, zerfallen die rein natürlichen Inhaltsstoffe innerhalb von Wochen zu Staub und verbessern sogar den Kompost. Auch die Verpackung von Chicza ist umweltfreundlich. Für die Pappe und die innere Folie werden recycelte und FSC-zertifizierte Materialien verwendet.

Chicza - Bio Kaugummi ohne erdölbasierende Polymere, 100 % natürlich

Im Gegensatz zum Regenwald-Kaugummi ist handelsüblicher Kaugummi ein künstliches Produkt und wird aus erdölbasierenden Polymeren gemacht (=Plastik). Die synthetische Kaumasse ist viel günstiger als Naturkautschuk, der Chiczas wichtigster Inhaltsstoff ist. Einen Nachteil hat die natürliche Kaumasse allerdings: Man kann mit ihr keine Kaugummi-Blasen machen. Dafür klebt Chicza nicht: weder an Kleidern und Schuhen, noch im Haar oder auf dem Asphalt.

Consorcio Chiclero 

Dieses Consorcio wurde Ende 1999 gegründet und zählt 2000 Mitglieder in 56 Kooperativen. Das Consorcio hat einen Gesundheitsfonds eingerichtet, über den die Chicleros krankenversichert sind und für die Kinder gibt es ein Schulstipendienprogramm. Ein Teil der Einnahmen wird in Wiederaufforstungsprojekte investiert, da der Chicozapote-Baum das komplexe Ökosystem des Regenwaldes braucht. In Monokultur angebaut liefert er kein Latex. Den Kaugummi an Stelle des Rohstoffes zu verkaufen bedeutet ein 6 Mal höheres Einkommen für den Chiclero.

Ihr Beitrag? Jeder Mensch auf der Welt, der Chicza kaut, leistet einen direkten Beitrag für die Chicleros und unseren Planeten.

Mehr Info:

Jacilene, Guaraná Bäuerin der Sateré-Mawé. (C) CTM Altromercato
Guaranito aus dem Weltladen. Danke Consorcio dos Produtores Sateré-Mawé
Chicza - Bio Kaugummi ohne erdölbasierende Polymere, 100 % natürlich. Danke Consorcio Chiclero
Chicza - Bio Kaugummi ohne erdölbasierende Polymere, 100 % natürlich. Danke Consorcio Chiclero
BIOSFAIR mit Bio Guaraná aus Brasilien
Versammlung des Consorcio dos Productores Sateré-Mawé. (C) CTM Altromercato
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