09.08.2018

Bolivien-Blog

Abenteuer, Arm-Reich-Gefälle, Evo Morales - das sind oft die ersten Assoziationen, die man mit dem lateinamerikanisch en Andenstaat Bolivien verbindet. Wir wollen dem „Mythos Bolivien“ auf den Grund gehen und nehmen Sie im mehrteiligen Blog mit auf eine faszinierende Reise zum Kakao für die Weltladen-Schokoladen.

Teil II: Bolivien – Auf den Spuren von Kakao und Schokolade

veröffentlicht 09.08.2018

In Teil I des Blogs ging es um Politik, landschaftliche Besonderheiten und die so genannte Todesstraße in das Tiefland von Bolivien, die auch nach Alto Beni, in die Heimat der Bio-Genossenschaft El Ceibo, führt. Heute geht es genau um diesen Weg, Höhenkrankheit und Sapecho, den Ort, wo die Weiterverarbeitungsanlage der Bio-Genossenschaft El Ceibo steht. „Am 14. Juli haben wir drei Musketiere uns also in die Yungas aufgemacht. Mit leichtem Gepäck und sogar einem Moskito-Spray. Ob wir den gebraucht haben, erfahrt ihr beim nächsten Mal.“  So haben wir Teil I des Blogs beendet. Heute gibt es die Auflösung und noch mehr Interessantes.

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Terminal Minasa in La Paz - von hier nehmen wir die Spur auf zum Rohstoff für Schokolade Bild: (C) Terminal Minasa/FB

Der Weg zum Kakao: von La Paz bis Sapecho

Wir starteten also vom Terminal Minasa in La Paz, das viele unter "Terminal de los Yungas" kennen. Das ist eine Bus- und Taxisammelstelle, von der aus man recht unkompliziert Plätze in einem Kleinbus oder einem Sammel-Taxi (spanisch Trufi) für die Fahrt ins Tiefland von Bolivien buchen kann. Meine zwei Mitreisenden, Jonas und Lisa, wohnten zu diesem Zeitpunkt beide in Bolivien, daher war nur ich diejenige, die ihre großes Gepäck in einem „Deposito“ für ein paar Tage einlagern musste. Bolivienerfahren wie wir sind, wurde alles schnell abgewickelt und dann hieß es doch noch ein wenig warten. Denn: Wenn das Fahrzeug nicht „voll ist“, sprich alle Plätze verkauft, geht’s nicht los. Das hatte sich aber zum Glück schnell erledigt, denn es war ja ein Wochenende und viele „pendeln“ regelmäßig von La Paz nachhause.

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Auf einer langen Fahrt hat man ja Zeit, daher ein wunderbarer Schnappschuss: Das war dann streckenweise die feine Staub-Sicht auf die Straße, ausgelöst durch hohe Geschwindigkeit und den Gegenverkehr. Aber der Wunderbaum in rot-weiß-rot war einfach beruhigend. Bild: (C) Gudrun Danter

Es trifft sich ebenfalls gut, wenn man keine großen Komfort-Ansprüche hat, denn es ist wie immer recht „anschmiegsam“ bei so einer Fahrt: Entweder man sitzt eng gedrängt im Kleinbus oder eben in einem Auto. Wir haben es uns hinten zu dritt gemütlich gemacht und los ging die Fahrt: La Paz lag bald hinter uns, dann führte die Straße hinauf zu „La Cumbre“, dem höchsten Punkt auf 4.670 Meter, und dann ging es „abwärts“ – im geografischen Sinne und auch in Bezug auf die Fahrkünste unseres Lenkers.

Das Besondere an dieser Fahrt war, dass man vor Sapecho noch eine Brücke über den Rio Beni überquert. Unsere sehr gesprächige Mitreisende, die in La Paz arbeitet und jedes Wochenende (!) diese Fahrt unternimmt, um ihre betagte Mutter im Heimatort zu besuchen, sagte uns, dass dies die längste Brücke Boliviens sei. Das stimmt laut einer kurzen Post-Recherche nicht, aber gut, es war eine nette Story. Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem ersten Zielort: Sapecho, wo El Ceibo eine Verarbeitungsanlage für den geernteten Kakao unterhält.

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Viele Flüsse und Nebenflüsse - alle haben wir uns nicht gemerkt, aber als Impression: So schön wars dann in Alto Beni. Bild: (C) Gudrun Danter

Von 4.000 auf 400 Meter 

Wir sind Mittag losgefahren und – aufgrund einer Sperre wegen Bauarbeiten – am späteren Abend in Sapecho angekommen. Zentraler Ort im Departamento ist Sapecho im Landkreis (spanisch: Municipio) von Palos Santos. Die Höhenunterschiede in Bolivien sind sehr beachtlich: La Paz (3.640 Meter), La Cumbre (4.670 Meter), Sapecho (400 Meter) am Rio Alto Beni.

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Wir wurden bei El Ceibo vom Portier am Hauptsitz in Empfang genommen und konnten dort eine Nacht schlafen. Unsere Kontaktperson, Victor, mit dem wir die Details zu unserem Aufenthalt besprochen hatten, musste leider am Wochenende für Termine nach La Paz reisen. Er hatte unsere Ankunft daher vergessen, aber dann alles noch sehr nett für uns organisiert. Daran kann man auch erkennen, wie gut die Mitglieder von El Ceibo zusammenarbeiten, wenn etwas Unvorhergesehenes zu organisieren ist.

Kurzer Sidestep zu den Höhenlagen: Ich persönlich habe zum Glück keine Höhenprobleme und litt auch noch nie unter Symptomen von Höhenkrankheit. „Mal de Altura“ kann sehr unangenehm sein und zeigt sich bei Reisen in die Andenregion häufig – allerdings auch wegen einer absolut unnötigen Ehrgeiz-Haltung einiger TouristInnen. Nach La Paz zu fliegen und am nächsten oder übernächsten Tag eine Bergtour auf den „Hyuana Potosi“ (6.000 Meter) oder gar den „Illimani“ (knapp 6.500 Meter) zu unternehmen, ist einfach nur wahnsinnig. Meist sind die unangenehmen Begleiterscheinungen bei Reisen in die Andenregion Kopfweh, Schwindel, Erbrechen oder ein komplettes „knock out“ für mehrere Tage. Jonas und Lisa waren – wie schon erwähnt – schon mehrere Monate akklimatisiert und ich hatte auch bei dieser Bolivien-Erkundung keine Probleme. Aber der Höhenunterschied der Tagesreise von mehr als 4.000 Meter und die plötzliche Wärme nach dem sauerstoffarmen und in der Nacht kalten La Paz hat sich schon bemerkbar gemacht: Wir hatten Hunger und vor allem Bier-Durst.

So haben wir schnell unsere Sachen in der Unterkunft bei El Ceibo abgestellt und sind dann in den nahen Ort gegangen. Das einzige Gasthaus weit und breit mit zwei typischen Fleischgerichten auf der Speisekarte, Plastikmöbeln und TV hat uns den Abend fast gerettet – nebenan gab es dann noch Bier, was auch gut oder noch besser war.

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Das war nicht das Abendessen in Sapecho, weil es ja kein Veggi-Gericht gab, sondern das Bild stammt von einem Bolivien-Aufenthalt 2013 und einem Stopp am Titicacasee, aber es geht um das Huari-Bier. Ein solches oder auch zwei haben Jonas, Lisa und ich am Abend in Sapecho auch getrunken. By-the-way: mein bolivianisches Lieblingsbier :-) Bild: (C) Gudrun Danter

Unser einfaches Dreibettzimmer war perfekt für den kurzen Nachtschlaf (hier noch ohne Moskitospray), denn am nächsten Tag wurden wir zeitig von Bernardo abgeholt und dann ging’s sofort an die Erntearbeit. Wie es ist, morgens Salat und viel Deftiges zu essen, erfahrt ihr beim nächsten Mal, wenn wir euch nach San Miguel de Huachi zu Bernardo und Lilian Gutierrez, ihren Kindern und zur Kakaoernte mitnehmen!

Danke für das Lektorat Michaela Lechner!

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Teil I: Bolivien – ein Abenteuerland, ein Land der Gegensätze mit einem indigenen Präsidenten

veröffentlicht am 03.08.2018

Abenteuer, Arm-Reich-Gefälle, Evo Morales - das sind oft die ersten Assoziationen, die man mit dem lateinamerikanisch en Andenstaat Bolivien verbindet. Wir wollen dem „Mythos Bolivien“ auf den Grund gehen und nehmen Sie im mehrteiligen Blog auf die Reise mit.

Bolivien ist ein Binnenstaat in Lateinamerika mit einer vielfältigen Landschaft von den Anden über die Atacamawüste bis zum Regenwald im Amazonasbecken. Eine beliebte Frage der Schule nach der Hauptstadt von Bolivien wird oft falsch mit „La Paz“ beantwortet. Diese außergewöhnlich interessante Stadt liegt vor der Kulisse des schneebedeckten Berges „Illimani“. Hauptstadt ist aber Sucre. Nahe La Paz liegt der Titicacasee, größter See des Kontinents, und daher fast wie das Meer Boliviens (dem verlorenen Meerzugang trauern viele immer noch nach – wie bei uns so manche/r – aber das ist eine andere Geschichte). 35 Ethnien bilden die Basis der kulturellen bolivianischen Vielfalt.

Movimiento al Socialismo

Statistisch gesehen ist Bolivien eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Daran hat auch die - seit 2006 anhaltende Amtszeit von Evo Morales, dem ehemaligen Cocalero-Gewerkschaftsführer nur wenig geändert (Coca ist eine heilige Pflanze, aus der über x chemische Prozesse Kokain gewonnen wird). Wie vieles nicht nur "gut" oder "schlecht" ist, hat es unter seiner Verantwortung etliche Investitionen in Infrastruktur gegeben, eine Grundrente für alle ab 65 Jahre wurde eingeführt oder der so genannte "Fondo Indigena" gegründet (ein Unterstützungsfond für die indigene und ländliche Bevölkerung, der aber leider wie so vieles  - selbst erlebt - der Korruption zum Opfer gefallen ist).

Meine einzige persönliche Begegnung mit dem jetzigen Präsidenten und Anführer des "Movimiento al Socialismo", kurz MAS, hatte ich im Jahr 2003 als wir als Studierende und aufgrund exzellenter Kontakte unseres Exkursionsleiters zu einer Cocalero-Versammlung in die Hauptanbau-Region von Coca, ins Chapare, mitfahren konnten. Des spanischen kaum mächtig, sind jene Worte, die am öftesten genannt wurden und mir bis heute im Ohr blieben "companeros y companeras", gleichbedeutend mit "Genossen und Genossinnen". Symphatisch und für die Sache kämpfend - so haben wir Evo Morales kennenglernt. Was die Macht aus ihm gemacht hat, steht auf einem anderen Blatt und lässt sich aus Gesprächen mit Bolivianerinnen und Bolivianern und in den sozialen Medien - teils sehr polemisch formuliert - ansatzweise nachvollziehen. Dass er um jeden Preis an der Macht festhalten will und auch die Verfassung dafür geändert hat, ist ein weiterer Beweis der Geschichte: "Macht korrumpiert".

La Paz - faszinierende Metropole auf knapp 4.000 Meter Meereshöhe. Das Bild wurde aus dem "Teleferico Naranja" gemacht. Die österreichische Firma Doppelmayr hat dieses Projekt umgesetzt. Erweiterungen sind geplant. Bild: (C) Gudrun Danter

Im mehrteiligen Blog lege ich das Hauptaugenmerk auf die Menschen, denen wir Kakao zu verdanken haben, den wichtigen Bestandteil hochwertiger Mascao-Weltladen-Schokolade. Wer ist denn mitgereist? Elisabeth Buchner, eine sehr enge Freundin von mir, die im Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen (IFZ) in Salzburg arbeitet, für ihren Master im Rahmen einer Bildungskarenz derzeit in Bolivien forscht und arbeitet und den Verein INTERSOL vor Ort repräsentiert. Außerdem  noch Jonas Flattinger, gebürtiger Innsbrucker und gelernter Fotograf, der sich im Auszeitjahr in Lateinamerika einen langjährigen Traum erfüllt und ich: Gudrun Danter, Bolivien-Liebhaberin, Fairhandels- und Solidaritäts-FAIRliebte.

Einmal Yungas und zurück

Die bolivianischen Yungas sind grob gesagt eine Region aus zwei Tälern, die parallel zum Ostrand der Königskordillere ("Cordillera Real"), ein Hochgebirgsmassiv in den Anden, verläuft und den Übergang zwischen eben dem Hochland der Anden (mit über 4000 Meter) und dem tropischen Tiefland mit Amazonas-Regenwald (ca. 500 Meter) bilden. Vielen ist diese Region durch die Yungas-Straße bekannt. Diese führt gut 80 Kilometer von La Paz über den höchsten Punkt „La Cumbre“ auf 4.670 Metern hinunter nach Caranavi, selbsternannte Kaffeehauptstadt Boliviens, das auf knapp 1.000 Metern liegt. Bis 2007 galt diese Straße als die gefährlichste der Welt und wird immer noch als Todesstraße (spanisch „Camino de la Muerte“) bezeichnet. Eine neue, zweispurige Straße hat die Gefährlichkeit vermindert, aber die geführten Biketouren und einzelne Fahrzeuge fahren immer noch den Camino de la Muerte in das tropische Tiefland mit üppiger Vegetation „hinunter“. Der Gegensatz ist atemberaubend (wenn man nicht ohnehin schon wegen der Fahrweise der Lenker hyperventiliert): Man verlässt das mehrheitlich karge La Paz, um in die tropischen Täler der Yungas einzutauchen. Trotz mehrheitlich asphaltierter Straßen, gibt es tatsächlich Harakiri-Fahrer, die die Anfahrt auch auf neuem Asphalt zum Nervenkitzel machen.

Blick in die Yungas vom Ort Coroico aus. Bild: (C) Gudrun Danter

Dreimal die Todesstraße

Ein erstes Mal habe ich diese Straße Anfang der 2000er via Bus kennengelernt – vorbei an so steilen Abhängen, dass einem tatsächlich der Atem stockt, denn beim geringsten Fahrfehler des Lenkers heißt es „ciao“.  Ich erinnere mich an die verschiedensten haarsträubenden Gegenverkehrssituationen. Das Gute: Man schult die eigene Gelassenheit. Das zweite Mal war mein Geburtstagsgeschenk, nämlich den Camino am Rad zu bewältigen. Eine Touristenattraktion erster Güte, aber nach einem knappen Jahr mehrheitlich im Hochland von Bolivien und der legendären Stadt, Potosi, und weil ja auch Geburtstag war, habe ich mich sehr gefreut. Diesmal, Anfang Juli 2018, sind wir vom „Terminal de las Yungas“ in La Paz, mit einem Auto und einem Fahrer gestartet, der sehr auf seinen Fahrspaß und weniger auf uns geachtet hat, aber ja….

El Ceibo – eine Erfolgsgeschichte

Idee für den Bolivien-Aufenthalt diesmal war, neben Solidaritätsprojekten im Hochland, auch bei einem Fairhandelsakteur und Partner der Weltläden anzupacken. Nach kurzem überlegen war klar, El Ceibo in den Yungas bietet sich gleich nach kurzer Akklimatisierung in der Metropole La Paz an, denn die folgenden Urlaubstage waren schon verplant mit Solidaritätsarbeit im Hochland.

Das Schild von El Ceibo grüßt uns Samstagnacht bei der Ankunft in Sapecho. Bild: (C) Gudrun Danter

Der Schokolade auf der Spur

El Ceibo wurde 1977 gegründet und ist eine der Erfolgsgeschichten des Fairen Handels. Der produzierte Rohkakao wird überwiegend in Bolivien selbst zu verschiedenen Schokolade-Produkten verarbeitet und vermarktet. Der Faire Handel war die Brücke zum Aufbau einer erfolgreichen Genossenschaft. Ein großer Teil fließt in den Export und die Rohstoffe aus der Region Sapecho sind derzeit auch in den beliebten Mascao-Schokoladen im Weltladen zu finden.

Noch in Österreich hatte ich mit Birgit Calix von der EZA Fairer Handel darüber gesprochen, worin das Vorhaben bestand und dass wir gerne auch ein paar Sachen vor Ort eruieren. Sie vermittelte Victor Jimenez als Ansprechpartner und die Abwicklung lief persönlich über ihn. Meine Freundin Lisa war sofort bereit, mit mir in die Yungas, konkret nach Sapecho/Alto Beni zu fahren und bei den Kakaobauern mitzuhelfen. Ebenfalls sehr spontan schloss sich dann noch Jonas an und wir hatten gleich Aufträge für ihn als Fotograf im Auge. Ebenfalls noch in Österreich habe ich versucht, etwas in Bezug auf unsere Transportmöglichkeiten herauszufinden, was nahezu unmöglich war. Dazu muss man wissen, dass die Terminales, also die Busbahnhöfe, weder telefonisch und noch weniger via Mail erreichbar sind. Das liegt auch daran, dass – und das ist nicht immer positiv – die Transporteure mehrheitlich privat organisiert sind und eine starke Lobby bilden. Ebenso wie sich die USA „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ nennen, würde ich Bolivien eine gewisse „improvisierte Professionalität“ attestieren. Selbst wenn etwas vergessen wird, geht’s doch immer irgendwie. Doch mehr dazu später.

Am 14. Juli haben wir drei Musketiere uns also in die Yungas aufgemacht. Mit leichtem Gepäck und sogar einem Moskito-Spray. Ob wir den gebraucht haben, erfahrt ihr beim nächsten Mal.

Danke für die Inputs zum Beitrag an Michaela Lechner und Elisabeth Buchner.

Bilder: (C) Gudrun Danter

Link:. Am 2. August war Tag des Kakaos - El Ceibo hat darauf in den sozialen Medien hingewiesen.

Über die Autorin

Gudrun Danter, Jg. 1979, gebürtige Salzburgerin, seit 2012 lebt und arbeitet sie in Innsbruck. Sie ist Geschäftsführerin der ARGE Weltläden (www.weltladen.at) und als Vorständin bei INTERSOL (www.intersol.at) tätig.

„Für mich war es das siebente Mal in Bolivien und ich habe schon so manche „Ecke“ gesehen. Es begann mit einer Exkursion Anfang der 2000er-Jahre als follow-up der Uni-Lehrveranstaltung „Lateinamerika“ und das Feuer war entfacht. Es folgten weitere Aufenthalte, die nicht nur meiner Reiselust entsprangen, sondern auch dem Wunsch danach, zu verstehen: Regelmäßige Mitarbeit in Programmen vor Ort und 2011 ein knappes Jahr in Bolivien und ein Sprachstudium, Leben und Arbeit mittels solidarischer Unterstützung von Kooperationen (Frauenempowerment, Solarenergie, Besuche von Uru-Dorfgemeinschaften (Ur-Ur-EinwohnerInnen des andinen Raumes). In Österreich folgten diverse Bildungsaktivitäten zum Aufmerksam machen und zur Stärkung der Solidarität mit marginalisierten Gruppen wie den Bäuerinnen und Bauern. Ein Schwerpunkt war aufgrund des Lebens in Potosi die intensive Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden „Mineria“, dem staatlichen und privaten Minensektor, der gleichermaßen eine Katastrophe für die Umwelt darstellt. Die Yungas in Bolivien hatte ich so gut wie nicht gekannt. Daher galt mein Interesse diesmal dem Kennenlernen der Menschen in dieser Region und der Arbeitsweisen der Bio-Genossenschaft El Ceibo.“

 

 

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